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title: Telemedizin „weltweit“ auf dem Vormarsch
description: Erfahren Sie, welche Möglichkeiten die Telemedizin schon jetzt als Antwort auf den demografischen Wandel bietet. Fakten und Trends für Ihr Healthcare Marketing
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[Merzljak Healthcare Marketing Blog ](https://www.merzljak.de/healthcare-marketing-blog)

# [Telemedizin „weltweit“ auf dem Vormarsch](https://www.merzljak.de/healthcare-marketing-blog/telemedizin-usa-skandinavien-deutschland-e-health)

 Geschrieben von [Felicitas Viegas](https://www.merzljak.de/healthcare-marketing-blog/author/felicitas-viegas) | 15.7.2023

## Chancen und Potenziale für den Health Care Bereich

Eine alternde Bevölkerung, geringe Geburtenrate und ein Mangel an Ärzten – all das sind Phänomene, die in vielen westlichen Ländern eine **Herausforderung für die Gesundheitsversorgung** darstellen. Fast parallel dazu verläuft eine immer** stärkere Digitalisierung**. Ein Ergebnis dieser Veränderungen ist die **Telemedizin**.

Das [E-Health-Gesetz](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-gesetz/e-health.html), das seit dem 1. April 2017 in Kraft ist, hat in Deutschland einige Wege für die Implementierung von telemedizinischen Angeboten geebnet. Welches **große Potential telemedizinische Anwendungen** darüber hinaus haben, zeigt auch ein Blick in andere Länder.

## 3 Beispiele für Telemedizin: USA, Schweiz, Skandinavien

### USA: Dr. Chrono und SafeWatch

Die Plattform [Dr. Chrono](https://www.drchrono.com/) in den USA bindet Patienten und Ärzte stärker in den **Behandlungsprozess über Wearables** ein. Patienten können sich so nicht nur an ihren Arzttermin erinnern lassen, sondern auch Vitaldaten erfassen, speichern und dem Arzt zur Verfügung stellen. Die Ärzte können die Daten direkt auswerten, verarbeiten und entsprechende Rezepte und Therapievorschläge online an den Patienten übermitteln.

Ein weiteres interessantes Beispiel aus den USA ist [SafeWatch](http://www.mercyvirtual.net/safe-watch/). Mit diesem Programm wurde auf den Mangel an Intensivmedizinern in Krankenhäusern reagiert. Mit Safewatch ist es möglich, 24 Stunden sogar über fünf Bundesstaaten hinweg die** Vitalwerte** von kritischen Patienten zu **überwachen** und ggf. darauf zu reagieren.

### Telemedizin in der Schweiz: MedGate

### Video-Chat mit dem Arzt

In der Schweiz gibt es mit [MedGate](http://www.medgate.ch/de-ch/home.aspx) das größte ärztlich betriebene **telemedizinische Zentrum Europas**. Gegründet wurde es 1999 von einem Schweizer Chirurgen und Flugrettungsarzt. An sieben Tagen in der Woche arbeiten hier 70 Ärzte rund um die Uhr und behandeln Patienten aus der Ferne. Per Telefon, **Internet oder Video-Chat** kontaktieren die Patienten MedGate und landen erst einmal, wie in einer Praxis, beim Patientenempfang. Hier werden Personalien und Krankheitssymptome aufgenommen. Anschließend bespricht ein Arzt per Telefon oder Video-Chat dann die Behandlung mit dem Patienten, stellt ggf. Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus. Pro Tag werden so bis zu 4.900 zielgerichtete Beratungen durchgeführt.

### Skandinavien: Betreuung und Versorgung von Senioren

Vor allem [Finnland und Schweden](https://www.aerzteblatt.de/archiv/170529/Alternde-Bevoelkerung-Einmal-mehr-Vorbild-Skandinavien) spüren bereits die Auswirkungen der Demographie. In Sachen Versorgung von älteren Menschen sind insbesondere die Finnen Vorreiter. Hier werden vielseitige Angebote zur Verfügung gestellt, um **Gesundheit und Wohlbefinde**n der älteren Generation zu **erhalten**. **Prävention**, Bewertungssysteme und die Definition von Versorgungsstandards sind dabei wichtige Punkte, um das übergeordnete Ziel - eine **bestmögliche Patienten-Versorgung **- zu erreichen. Beispiele hierfür sind z.B. Medikamentenerinnerungshilfen oder Nachtlichter mit Bewegungsmelder, aber auch die Versorgung mit warmen Mahlzeiten, die bei Bedarf auf digitalen Wegen organisiert wird.

### Ambulante Versorgung durch Online-Sprechstunden

Aber auch bei der Telemedizin sind die Skandinavier schon weiter. Insbesondere in dünn besiedelten Gegenden ist die **Online-Sprechstunde Standard**. Zum Beispiel werden in [Nordnorwegen ](https://www.aerzteblatt.de/archiv/170529/Alternde-Bevoelkerung-Einmal-mehr-Vorbild-Skandinavien)Patienten mit chronischen Lungenkrankheiten nach ihrer Behandlung im Krankenhaus zu Hause u.a. mit Unterstützung von Wearables betreut. Ausgestattet mit speziellen Laptops und einem Ergometer werden Messwerte erfasst und an das Krankenhaus geliefert. Und auch die Physiotherapie wird per Video-Chat vorgenommen und das Training auf dem Ergometer aus der Ferne begleitet. All dies ermöglicht den Patienten, frühestmöglich wieder zu Hause zu sein und erspart Arzt und Patienten lange Anfahrtswege.

## E-Health in Deutschland

Bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, ist den meisten älteren Menschen auch in Deutschland ein hohes Gut. Und die **Medizintechnik** leistet dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im [Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)](https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/74271/Patienten-bevorzugen-ambulante-Versorgung) ergab: **61 Prozent** der Befragten würden sich im Alter selbst bei schwerer Krankheit am liebsten zu Hause behandeln lassen, nur 18 Prozent zogen das Krankenhaus vor.

### Medizintechnik essentiell für die ambulante Versorgung

Versorgungsprobleme auf dem Land, der Einfluss des demographischen Wandels und auch Kostenprobleme ließen sich mit obengenannten Modellen auch in Deutschland entgegenwirken und entsprechende Modellprojekte in Brandenburg und Baden-Württemberg erfreuen sich großer Erfolge. 

In Siegen startet demnächst ein Modellstudiengang in Kooperation mit den Universitäten Bonn, Köln, Mainz und Rotterdam. Zukünftige Ärzte sollen dort alle Möglichkeiten der digitalen Medizin studieren und in Praktika anwenden. Und auch in puncto Ärztemangel auf dem Land führt die Universität Siegen ein Modellprojekt durch. Laien sollen nach einer speziellen Schulung und mit entsprechender Labortechnik ausgestattet dazu in der Lage sein, Patientendaten zu ermitteln und an Ärzte weiterzuleiten.

### Telemedizin bietet Alternativen

Das seit April 2017 in Kraft getretene [E-Health-Gesetz](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-gesetz/e-health.html) biete für die Umsetzung telemedizinischer Anwendungen erste Möglichkeiten, allerdings mit Einschränkungen. Zwar sollen **Informations- und Kommunikationstechnologien sektorenübergreifend** in der Gesundheitsversorgung etabliert werden, was den **Datenaustausch** zwischen Praxen, Krankenhäusern, Apotheken und anderen Akteuren des Gesundheitssystems stark vereinfacht, aber die Videosprechstunde ist bislang nur eingeschränkt möglich. Auch den Einsatz von Wearables sehen viele Ärzte kritisch und bemängeln, dass die Daten evtl. falsch oder nicht verlässlich genug sind.

### Prävention und ambulante Versorgung

Immerhin übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in bestimmten Fällen die Kosten für **medizinische Internet-Konsultationen**: Wenn es sich dabei um einen **Nachsorge-Termin** handelt, zum Beispiel die visuelle Nachkontrolle einer OP-Wunde und, wenn der Patient sich zuvor persönlich in der jeweiligen Praxis vorgestellt hat. Trotz Hürden ist das Potenzial im telemedizinischen Bereich für Med-Tech Unternehmen hoch – besonders beim** Aspekt der Nachsorge und Monitoring** von Patienten. 

## Großes Potential für telemedizinische Produkte

Der Markt für Medizinprodukte hat vor allem im** Bereich Prävention und ambulante Versorgung** großes Potential. Hier wird es darauf ankommen, den Bedürfnissen von Patienten und Ärzten gerecht zu werden und sie über das Produkt hinaus mit **passgenauem Service** auf dem Weg der Telemedizin zu begleiten.

Mit **strategischem Health Care Marketing** gelingt es, das ganze Potenzial von telemedizinischen Produkten auszuschöpfen. 

Quellen:

[https://www.drchrono.com/](https://www.drchrono.com/)  
[http://www.mercyvirtual.net/safe-watch/](http://www.mercyvirtual.net/safe-watch/)  
[https://ehealthblog.de/2015/02/02/telemedizin-was-deutschland-von-der-schweiz-lernen-kann/](https://ehealthblog.de/2015/02/02/telemedizin-was-deutschland-von-der-schweiz-lernen-kann/)  
[http://www.medgate.ch/de-ch/home.aspx](http://www.medgate.ch/de-ch/home.aspx)  
[https://www.aerzteblatt.de/archiv/170529/Alternde-Bevoelkerung-Einmal-mehr-Vorbild-Skandinavien](https://www.aerzteblatt.de/archiv/170529/Alternde-Bevoelkerung-Einmal-mehr-Vorbild-Skandinavien)  
[https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/74271/Patienten-bevorzugen-ambulante-Versorgung](https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/74271/Patienten-bevorzugen-ambulante-Versorgung)  
[http://www.healthrelations.de/healthcare-wearables/](http://www.healthrelations.de/healthcare-wearables/)  
[https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-gesetz/e-health.html](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-gesetz/e-health.html)  
Spiegel-Artikel, 30/2017: Sensoren im Stützstrumpf,   
[https://magazin.spiegel.de/SP/2017/30/152270425/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage](https://magazin.spiegel.de/SP/2017/30/152270425/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage)

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