Patient Journey Klinik: 6 Phasen für mehr Patienten & weniger No- Shows


Von André von Merzljak
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Patient Journey Klinik: 6 Phasen für mehr Patienten & weniger No- Shows
23:06

Ein strategischer Leitfaden für Entscheider in medizinischen Einrichtungen,
um die Patient Journey im Gesundheitswesen zu optimieren

Inhaltsverzeichnis

 Der Moment, in dem alles beginnt

 Was ist die Patient Journey Klinik? Die wichtigsten Fakten

 Der Wandel: Warum „abwarten" nicht mehr funktioniert

 Die 6 Patient Journey Phasen: Vom ersten Klick zur Empfehlung

 Wo Kliniken wirklich Patienten verlieren: die Übergänge zwischen den Phasen der Patient Journey Klinik

 Systemintegration: Trigger statt Diagnosen (compliant + skalierbar)

 Die Frage der Messbarkeit

 Warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist

 Nächster Schritt: Time-to-Value statt großes Projekt

 Fazit

 

Der Moment, in dem alles beginnt

Wenn ich 30 Sekunden bekomme, zeige ich Ihnen, warum viele Kliniken nicht an ihrer Medizin scheitern - sondern an ihrer Kommunikation. Es ist 22:47 Uhr. Eine 67-jährige Frau sitzt in ihrem Wohnzimmer und tippt „Grauer Star Operation Erfahrungen" in die Google-Suche. Ihr Augenarzt hat ihr heute die Diagnose mitgeteilt. Sie ist verunsichert, hat viele Fragen, sucht nach Antworten und Orientierung. In diesem Moment beginnt ihre Patient Journey - und die meisten Kliniken wissen nicht einmal, dass sie existiert. Wenn Sie in dieser Phase mit dem Leistungsangebot Ihrer medizinischen Einrichtung nicht online auffindbar sind, entscheiden Algorithmen - und nicht Ihre Qualität - über Ihre Sichtbarkeit. Die kritische Frage: Was passiert, wenn diese Frau auf Ihrer Website landet? Findet sie die Antworten, die sie sucht? Wird sie begleitet durch ihre Entscheidung? Oder klickt sie weg
und landet bei der Konkurrenz? Darf ich kurz direkt sein? In diesem Augenblick „verkaufen" Sie keine Behandlung. Sie verkaufen die nächste Minute Vertrauen. Und dieses Vertrauen verdient man Schritt für Schritt - mit Orientierung, Klarheit und Verlässlichkeit.

 

Was ist die Patient Journey Klinik? Die wichtigsten Fakten

Die Patient Journey Klinik beschreibt alle Berührungspunkte zwischen Patient und medizinischer Einrichtung - vom ersten Google-Klick bis zur Weiterempfehlung. Hier sind die 5 wichtigsten Erkenntnisse für Entscheider:

  1. Patienten entscheiden online - bevor sie zum Telefon greifen
  2. Transparenz wird Standard: Der Bundes-Klinik-Atlas macht Kliniken
    vergleichbar wie Hotels
  3. Die größten Patientenverluste entstehen in den Übergängen zwischen den  6 Patient Journey Phasen
  4. No-Show-Quoten von 21 % kosten Kliniken bis zu 302.400 € pro Jahr
  5. Der Hebel ist nicht mehr Marketing - sondern systematische
    Patientenführung
 

Digitaler Wandel: Warum „Abwarten“ Kliniken Patienten kostet

Die Gesundheitsbranche durchläuft den größten Strukturwandel seit Jahrzehnten. Was viele Betreiber von medizinischen Einrichtungen noch nicht realisiert haben: Der Wettbewerb um Patienten findet längst nicht mehr im Wartezimmer statt. Er findet im
digitalen Raum statt - und zwar bevor der Patient überhaupt zum Telefon greift.

Viele Einrichtungen unterschätzen, dass Patientenerwartung und Marktlogik sich grundlegend verschieben.

 

Hier sind drei konkrete Belege dafür:

 

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1. Digitalisierung als Versorungsmotor

Laut FOCUS-Gesundheit (2024) sehen 76 % der Ärzte in der Digitalisierung großes Potenzial zur Versorgungsverbesserung (1). Das ist Konsens im medizinischen Establishment. Während manche Einrichtungen bereits digitale Services anbieten, hinken andere hinterher. Diese Diskrepanz wird zum Wettbewerbsfaktor.


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2. Transparenz wird zum Standard

Der Bundes-Klinik-Atlas (seit Mai 2024) ermöglicht Patienten den strukturierten Vergleich von Krankenhäusern - nach Fallzahlen, Spezialisierung und Komplikationsraten (2). Die Konsequenz: Die nächstgelegene Klinik ist nicht automatisch die beste Wahl - Patienten vergleichen, recherchieren, bewerten. Wer unsichtbar bleibt, verliert.


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3. No-Show-Quote zeigt mangelnde Patientenführung

Eine Analyse der KV Bremen (Q1/2021-Q2/2022) zeigt: 21 % der vermittelten Termine werden nicht wahrgenommen. Die Quote variiert erheblich: Hausärzte verzeichnen bis zu 36 % No-Shows, spezialisierte Fachrichtungen nur 5 %. Das Zentralinstitut beziffert den jährlichen Verlust pro Facharztpraxis auf einen vierstelligen Betrag. Das Muster ist eindeutig: Fehlende Patientenführung kostet Slots und Umsatz.

 


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Die 6 Patient Journey Phasen: Vom Klick zur Empfehlung

Die Patient Journey Klinik ist keine abstrakte Marketingidee. Sie ist die Summe aller Berührungspunkte zwischen einem Menschen und Ihrer Gesundheitseinrichtung - vom ersten Google-Klick bis zur Empfehlung an die beste Freundin, Jahre nach der Behandlung. In jeder Phase dieser Reise entscheidet sich, ob Sie einen Patienten gewinnen oder verlieren. Dabei durchläuft jeder Patient auf seinem Weg zu Ihnen - und mit Ihnen - sechs definierte Phasen. Jede der sechs Phasen hat ihre eigenen Herausforderungen, ihre eigenen Erfolgsfaktoren und ihre eigenen messbaren Ergebnisse. Ziel ist es: Sie müssen nicht lauter werden. Sie müssen relevanter werden.

 
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Phase 1: Awareness - Aufmerksamkeit

 

Was passiert:
Alles beginnt mit einem Bedürfnis. Ein Patient bemerkt Symptome, erhält eine Diagnose oder wird von seinem Hausarzt auf eine Behandlungsmöglichkeit hingewiesen. Der potenzielle Patient googelt, liest Bewertungen, fragt in Foren, scrollt durch Social Media.
Der Bundes-Klinik-Atlas wird Teil dieser Recherche. Er formt einen ersten Eindruck von den Anbietern, die er findet - und von denen, die er nicht findet.

Warum Sie hier verlieren:
Unsichtbarkeit, generische Inhalte, keine lokalen Signale, FAQs ohne echte Antworten. Sie können die beste medizinische Qualität bieten - wenn Sie in dieser Phase unsichtbar sind, existieren Sie für den Patienten nicht. Qualität ohne Sichtbarkeit ist verschenkte Qualität.

Quick Wins:
Bauen Sie für jede Kernleistung 5-10 Fragen, die Patienten wirklich stellen - inklusive „Was passiert als Nächstes?". Sorgen Sie dafür, dass Bewertungen kein Zufallsprodukt sind, sondern ein Prozess. Erstellen Sie klare Leistungs- und Standortseiten, die nicht „Marketing" klingen, sondern echte Orientierung liefern.

Was sich hier messen lässt:
Sichtbarkeit in Suchergebnissen (SEO/Local), über welche Kanäle Patienten auf Sie aufmerksam werden (Google, Verzeichnisse, Social Media), Bewertungsanzahl und -schnitt, Resonanz auf Social Media. All das sind Indikatoren dafür, ob Sie in dieser Phase
präsent sind oder nicht.

KPI-Ideen: Sichtbarkeit (SEO/Local), Klickrate, Bewertungsanzahl und -schnitt.

 
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Phase 2: Consideration - Abwägen

 

Was passiert:
Der Patient weiß nun, dass Sie existieren. Aber er hat auch drei, fünf, vielleicht zehn andere Anbieter gefunden. Jetzt beginnt die Phase des Vergleichens, des Abwägens, des Informierens. Ein Paar, das über künstliche Befruchtung nachdenkt, recherchiert oft monatelang. Es vergleicht Erfolgsquoten verschiedener Zentren, liest Erfahrungsberichte in Foren, ringt mit der emotionalen Entscheidung. Diese Phase kann bei einer Kinderwunschbehandlung drei  bis zwölf Monate dauern - bei einer Botox-Behandlung vielleicht nur eine Woche. Die Dauer hängt von Fachrichtung, emotionalem Gewicht und finanziellem Aufwand ab.

Warum Sie hier verlieren:
Hier verlieren die meisten Einrichtungen ihre Interessenten, ohne es zu merken. Der Patient hat sich auf der Website informiert, ist aber noch unschlüssig - und niemand kontaktiert ihn. Anfrage kommt rein - und versandet. Keine E-Mail, kein Anruf, keine Erinnerung. Niemand führt durch Unsicherheit. Er wird schlicht vergessen.

Quick Wins:
Definieren Sie eine verbindliche Reaktionszeit und halten Sie sie konsequent. Setzen Sie nach Kontakt eine kurze Orientierungsserie auf (3-5 Nachrichten), die Ablauf, Vorbereitung und häufige Einwände sauber klärt. Und: Machen Sie Kosten-/Kassenfragen transparent, weil Unsicherheit sonst zur „Nicht-Entscheidung" wird.

Was sich hier messen lässt:
Wie viele Interessenten, die ihre Kontaktdaten hinterlassen haben, werden zu Beratungsgesprächen? Wie lange dauert es, bis Sie auf eine Anfrage reagieren? Wie viele öffnen Ihre E-Mails, klicken auf Ihre Links, beschäftigen sich mit Ihren Inhalten?

KPI-Ideen: Lead-to-Consult-Rate, Reaktionszeit, Öffnungs-/Klickraten, Conversion-Rate zur Beratung.

 
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Phase 3: Decision - Entscheidung und No-Show-Quote senken

 

Was passiert:
Der Patient hat sich für Sie entschieden. Er möchte einen Termin. Diese Phase klingt trivial - ist aber voller Fallstricke.
Terminwunsch, Buchung, Wartezeit - und genau dort kippt die Entscheidung häufig wieder um.

Das Problem der Wartezeit:
Zwischen Buchungsabsicht und tatsächlichem Behandlungstermin vergehen oft Wochen. Bei einer Katarakt-Operation können es sechs bis acht Wochen sein. In dieser Zeit ist das No-Show-Risiko am höchsten. Der Patient könnte absagen, zur Konkurrenz wechseln, oder schlicht vergessen, dass er einen Termin hat.

Wartezeit ist kein neutraler Zustand.
Wartezeit ist Risiko.

Eine Analyse der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen (Zeitraum Q1 2021 bis Q2 2022) verdeutlicht, dass No-Shows bei über Terminservicestellen vermittelten Terminen erheblich sind - insbesondere wenn Patienten nicht proaktiv vorbereitet werden.

Die Lösung: Führung zwischen Buchung und Termin senkt No-Shows nachweislich um 5-8 Prozentpunkte.

 

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Praktische Wirtschaftlichkeitsrechnung:

Wenn eine Klinik durchschnittlich 400 Termine pro Monat vergibt und eine No-Show-Rate von 21 % hat, sind das 84 verlorene Slots. Bei einem Durchschnittswert von 300 € pro Slot entspricht das etwa 25.200 € monatlichem Revenue-Leakage - oder 302.400 € pro Jahr. Eine einfache 3-Punkt-Erinnerungsstrecke (E-Mail + SMS + telefonischer Reminder) kann die No-Show Quote senken - um 5-8 Punkte, was eine Einsparung von 15.600-20.100 € monatlich bedeutet.

Quick Wins:

Geben Sie nach der Buchung sofort eine klare Vorbereitung (Unterlagen, Ablauf, Dauer, „Was passiert wann?"). Ergänzen Sie einen Reminder, der nicht nervt, sondern Sicherheit gibt. Und machen Sie Absagen so einfach, dass Patienten nicht „untertauchen",  sondern Slots wieder frei werden.

Was sich hier messen lässt:

Wie viele gebuchte Termine werden tatsächlich wahrgenommen? Wie viele Patienten
erscheinen vorbereitet, mit allen nötigen Unterlagen? Wie oft müssen Termine verschoben
werden, weil etwas fehlt?

KPI-Ideen: No-Show-Quote, Umplanungsquote, Anteil „vollständig vorbereiteter" Patienten.

 

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Phase 4: Treatment - Behandlung

 

Was passiert:
Der Patient ist da. In dieser Phase liegt der Fokus auf dem medizinischen Kerngeschäft - aber auch hier gibt es Optimierungspotenzial. Medizinische Qualität ist Kern. Aber die wahrgenommene Betreuung entsteht durch Details
- gerade unter Stress.

Ein unterschätztes Risiko:
Unzufriedene Patienten erkennt man oft zu spät. Sie beschweren sich nicht - sie brechen ab oder schreiben nach der Entlassung eine vernichtende Google-Bewertung. Dabei lässt sich Unzufriedenheit oft früh erkennen und adressieren.

Kernhebel:
Erwartungsmanagement + frühes Feedback + klare Eskalation. Wer Erwartungen nicht managt, managt Enttäuschung.

Was sich hier messen lässt:
Wie viele Patienten brechen die Behandlung vorzeitig ab? Wie zufrieden sind Patienten während der Behandlung - nicht erst danach? Werden Beschwerden erfasst und zeitnah bearbeitet?

KPI-Ideen: Vorzeitige Abbrüche, Zwischenbefragungen während der Behandlung, dokumentierte Beschwerden, Zufriedenheitswerte pro Station.

 
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Phase 5: Aftercare - Nachsorge - Nachsorge ist nicht Service. Nachsorge ist Reputation.

 

Was passiert:
Die Behandlung ist abgeschlossen. Der Patient geht nach Hause. Und dann kommen die kritischen Momente:

  • Zwei Stunden nach einer Filler-Behandlung hat die Patientin eine Schwellung - ist das
    normal?
  • 24 Stunden nach einer Katarakt-OP sieht der Patient noch verschwommen - sollte er
    sich Sorgen machen?
  • Sechs Wochen nach einem IVF-Transfer ist der Schwangerschaftstest negativ - wie geht
    es weiter?

In jedem dieser Momente entscheidet sich, ob der Patient sich gut betreut fühlt oder allein gelassen. Ob er Vertrauen aufbaut oder verliert. Ob er Sie weiterempfiehlt oder vor Ihnen warnt. Hier entscheidet sich Patientenbindung.

Kernhebel:
Proaktiver Check-in (z. B. 2h / 24h / 7d), Warnsymptome klar dokumentiert, Eskalationswege definiert.

Was sich hier messen lässt:
Wie schnell reagieren Sie auf Komplikationsmeldungen? Wie viele Patienten füllen Ihre Follow-up-Fragebögen aus? Wie entwickelt sich die Patientenzufriedenheit zwischen Entlassung und Abschluss der Nachsorge?

KPI-Ideen: Reaktionszeit bei Problemen, Quote beantworteter Follow-up-Fragebögen, CSAT-Werte in der Nachsorge.

 
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Phase 6: Loyalty - Bindung

 

Was passiert:
Die Nachsorge ist abgeschlossen. Aber die Beziehung muss es nicht sein. Behandlung abgeschlossen, aber der Bedarf bleibt: Kontrollen, Recall, Auffrischungen, Prävention. Ein erheblicher Teil Ihrer heutigen Patienten hat das Potenzial, innerhalb der 
nächsten Jahre wiederzukommen. Der Katarakt-Patient wird vielleicht eine Nachstar-Behandlung benötigen. Der Implantat-Patient braucht regelmäßige Kontrollen. Die Filler-Patientin wird zur Auffrischung kommen wollen. Echte Patientenbindung Arztpraxis
bedeutet: Bestandskunden sind nicht weg - sie sind nur nicht erinnert.

Die Frage ist:
Kommen diese Patienten zu Ihnen zurück? Oder hat die Konkurrenz sie in der Zwischenzeit abgefangen? Was Sie benötigen sind Recall-Strecken + relevanter Content + strukturierter Empfehlungsprozess.

 

“Ein Implantatpatient ohne Recall-System ist wie ein Abo ohne Verlängerung:
Sie haben die Akquisekosten bezahlt, verzichten aber auf den größten Teil des Ertrags.”

 

Was sich hier messen lässt:
Wie viele ehemalige Patienten wiederkommen? Wie viele neue Patienten entstehen durch Empfehlungen? Wie hoch ist Ihre Recall-Compliance?

KPI-Ideen: Wiederkehrquote, Recall-Compliance, Empfehlungsrate, Lifetime-Value pro Patient.

 

Wo Kliniken wirklich Patienten verlieren: die Übergänge zwischen den Phasen der Patient Journey Klinik

Die größten Verluste entstehen nicht innerhalb der Phasen, sondern in den Übergängen. Diese sind die kritischen Moments, in denen Patienten verloren gehen - nicht an die Konkurrenz, sondern an die Lücken in Ihrer Kommunikation. Wenn Übergänge nicht definiert sind, sind sie Zufall. Und Zufall skaliert nicht.

Die drei größten Bruchstellen:

  1. Website —> Anfrage: Der Interessent, der nach der Website-Recherche nie wieder
    kontaktiert wird
  2. Anfrage —> Termin: Der Patient, der nach der Bewilligung acht Wochen auf seinen Termin
    wartet - ohne ein Lebenszeichen von Ihrer Klinik
  3. Behandlung —> Nachsorge: Der ehemalige Patient, der nie wieder von Ihnen hört
 

Konkrete Rechnung für Phase 2-3 (Anfrage —> Termin):

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Wenn ein Übergang durchschnittlich 15 % der Anfragen verliert (weil Rückmeldungen zu langsam kommen oder unklar sind), sind das bei 100 Anfragen pro Monat 15 Patienten, die zur Konkurrenz gehen. Das sind nicht einfach verlorene Termine - das sind verlorene Patientenbeziehungen, verlorene Empfehlungen und ein geschädigter Ruf. Genau diese Übergänge lassen sich systematisch gestalten. Mit den richtigen Prozessen, den richtigen Tools und der richtigen Integration Ihrer Systeme.

Systemintegration: Trigger statt Diagnosen

Das Problem der Datensilos

Die meisten medizinischen Einrichtungen arbeiten mit mehreren Systemen, die nicht miteinander kommunizieren:

  • Ihre Praxis-EDV oder Ihr Krankenhausinformationssystem (KIS) verwaltet Patientenstammdaten, Termine, Befunde, Abrechnungen. Hier liegt das medizinische Wissen über Ihre Patienten.
  • Ihr KISS (Klinik-Informations- und Steuerungssystem) plant Therapien, verwaltet
    Ressourcen, steuert Abläufe.
  • Ihr CRM-System verwaltet Marketingkontakte, Lead-Status, Kommunikationshistorie.

Was sind Ihre Herausforderungen:

Diese Systeme sprechen oft nicht miteinander. Ihr Marketing weiß nicht, welche Interessenten tatsächlich zu Patienten geworden sind. Ihre Praxis-EDV weiß nicht, welche Patienten vor drei Monaten eine Anfrage gestellt haben. Ihre Recall-Liste ist nicht mit Ihren
Marketing-E-Mails verknüpft. Das Ergebnis: Doppelarbeit, verlorene Informationen und Patienten, die durch die Lücken fallen.

Die Lösung: Klare Verantwortlichkeiten, saubere Schnittstellen

Die Integration funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Jedes System hat seine Domäne, aber die relevanten Informationen fließen.

  1. Für die Phasen 1-3 (Awareness, Consideration, Decision) ist Ihr CRM-System führend. Hier werden Interessenten erfasst, Anfragen bearbeitet, Termine koordiniert.
  2. Für die Phasen 4-6 (Treatment, Aftercare, Loyalty) übernimmt Ihre Praxis-EDV oder Ihr KIS die Führung. Hier werden Behandlungen dokumentiert, Befunde erfasst, Nachsorge organisiert.

    “Datensilos kosten Geld. Integration spart Geld.
    Aber Integration bedeutet nicht, alles zu vermischen - sondern das Richtige zu verbinden”

 

Die Brücke zwischen beiden Welten sind definierte Datenpunkte, die synchronisiert werden:

  • Hat der Interessent einen Termin gebucht?
  • Ist er erschienen?
  • Ist die Behandlung abgeschlossen?
  • Steht eine Nachsorge an?

Diese Status-Informationen können fließen, ohne dass sensible medizinische Daten Ihr Praxissystem verlassen.

Der entscheidende Punkt: Privacy by Design

Viele Teams glauben, Integration heißt „alles ins CRM". Das führt fast immer zu Widerstand, Risiko und unnötiger Komplexität.
Gesundheitsdaten sind nach DSGVO besonders geschützt (5). Eine Integration bedeutet  nicht, dass Diagnosen, Befunde oder Behandlungsdetails in Ihr Marketing-System fließen.  Im Gegenteil: Eine saubere Integration trennt klar zwischen Kommunikationsdaten und medizinischen Daten.

Das funktionierende Modell ist “Trigger statt Diagnosen”:

  • Ihr CRM weiß: „Dieser Patient hat am 15. März eine Behandlung abgeschlossen und benötigt in sechs Monaten eine Nachkontrolle."
  • Ihr CRM weiß nicht: „Dieser Patient hat die Diagnose XY und wurde mit Medikament Z behandelt."

Diese Trennung ist nicht nur datenschutzrechtlich notwendig - sie ist auch praktisch  sinnvoll. Ihr Marketing braucht keine medizinischen Details, um eine Recall-E-Mail zu en. Es braucht nur den Trigger: “Nachkontrolle fällig.”

 

Das CRM braucht Statussignale (Termin gebucht, erschienen, abgeschlossen, Nachkontrolle fällig),
aber keine medizinische Detaildokumentation.
Das ist Privacy by Design in der Praxis.

 

Patient Journey KPIs: Messbarkeit in allen 6 Phasen

“Was man nicht messen kann, kann man nicht verbessern."
Dieser Satz wird Peter Drucker zugeschrieben, und er gilt auch für die Patient Journey.

Das Besondere an einer systematischen Patient Journey: Sie macht jeden Schritt messbar. Nicht mit erfundenen Benchmarks oder branchenweiten Durchschnittswerten, die vielleicht  gar nicht zu Ihrer Situation passen - sondern mit Ihren eigenen Zahlen, die Sie über die Zeit verbessern.

  • In Phase 1 (Awareness) können Sie messen: Sichtbarkeit (SEO/Local), Kanäle, über die Patienten auf Sie aufmerksam werden, Bewertungsanzahl und -schnitt.
  • In Phase 2 (Consideration) können Sie messen: Anfrage-zu-Beratung-Rate, Reaktionszeit auf Anfragen, Öffnungs- und Klickraten Ihrer Informations-E-Mails.
  • In Phase 3 (Decision) können Sie messen: No-Show-Quote, Anteil vollständig vorbereiteter Patienten, Umplanungsquoten.
  • In Phase 4 (Treatment) können Sie messen: Vorzeitige Abbrüche, Zufriedenheit während der Behandlung (nicht erst danach), dokumentierte Beschwerden pro Station.
  • In Phase 5 (Aftercare) können Sie messen: Reaktionszeit auf Komplikationsmeldungen, Quote beantworteter Follow-up-Fragebögen, CSAT-Werte.
  • In Phase 6 (Loyalty) können Sie messen: Wiederkehrquote, Recall-Compliance, Empfehlungsrate, Lifetime-Value pro Patient.

Diese Messbarkeit ist der eigentliche Wert einer systematischen Patient Journey. Sie ermöglicht es Ihnen, Probleme zu erkennen, bevor sie zu Verlusten werden. Sie ermöglicht  es Ihnen, Verbesserungen nachzuweisen, statt sie nur zu behaupten. Und sie ermöglicht es Ihnen, Ressourcen dort einzusetzen, wo sie den größten Effekt haben.

Digitalisierung jetzt: Wettbewerbsvorsprung für Kliniken

Die Rahmenbedingungen im Gesundheitsmarkt verändern sich:

  • Die Transparenz steigt: Der Bundes-Klinik-Atlas ist nur der Anfang. Patienten können Kliniken bald vergleichen wie Hotels auf TripAdvisor.
  • Die Erwartungen der Patienten steigen: Wer im E-Commerce an sofortige Bestätigungen und personalisierte Kommunikation gewöhnt ist, erwartet das auch von seiner Klinik.
  • Die regulatorischen Anforderungen steigen: DSGVO, NIS2 und andere Vorgaben erfordern systematische Prozesse.

Einrichtungen, die jetzt in ihre Patient Journey investieren, bauen einen Vorsprung auf. Nicht weil sie mehr für Google Ads ausgeben, sondern weil sie verstanden haben: Der Unterschied liegt darin, was mit einem Interessenten passiert, nachdem er auf Ihrer Website war.

 

Wer heute die Patient Journey digitalisiert, gewinnt morgen die
Patienten. Wer wartet, verliert sie - nicht an bessere Medizin, sondern
an bessere Kommunikation.

 

Nächster Schritt: Time-to-Value statt Großprojekt

Der erste messbare Nutzen muss schnell kommen - sonst stirbt das Vorhaben im Alltag.

Starten Sie klein:

  1. 1 Übergang auswählen (z. B. Anfrage → Termin)
  2. 1 KPI definieren (z. B. No-Show-Quote senken)
  3. 1 Prozess bauen, den das Team wirklich lebt (z. B. 3-Punkt-Reminder-Strecke)
  4. 14 Tage messen und dann evaluieren
Kostenloser Journey Quick-Check (ein Übergang, ein KPI, ein konkreter Plan, 30-45Min).

Vereinbaren Sie einen Kostenloser Journey Quick Check

Fazit: Patient Journey als strategischer Hebel

Die Patient Journey im Gesundheitswesen zu optimieren ist kein Projekt für ein  Wochenende. Es erfordert die richtige Strategie, die richtigen Tools und die richtige Integration Ihrer bestehenden Systeme. Aber die Investition zahlt sich aus - nicht nur in  besseren Zahlen, sondern auch in besseren Patientenerfahrungen und einer stärkeren Bindung zu Ihrer Einrichtung.

Einrichtungen, die diesen Weg gehen, berichten von signifikanten Verbesserungen:

  • Sinkende No-Show-Quoten (5-8 Prozentpunkte senken bedeutet Hunderttausende Euro mehr Umsatz)
  • Höhere Patient-zu-Lead-Konversionsraten
  • Bessere Patientenzufriedenheitswerte
  • Mehr Empfehlungen und organisches Wachstum

Der erste konkrete Schritt ist immer ein ehrlicher Blick auf Ihre aktuelle Patient Journey - und das ist genau das, was ein Journey Quick-Check leistet.

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Sie möchten die Patient Journey im Gesundheitswesen optimieren? Wir bieten Ihnen einenehrlichen Blick auf Ihre Patient Journey und konkrete Handlungsempfehlungen, die Sie sofortumsetzen können.

 

Quellen:

(1) Bundesministerium fuer Gesundheit (2024): Bundes-Klinik-Atlas. bundes-klinik-atlas.de
(2) FOCUS-Gesundheit (2024): Aerztebefragung zur Digitalisierung
(3) Kassenaerztliche Vereinigung Bremen (2023): No-Show-Analyse Q1/2021-Q2/2022
(4) Zentralinstitut fuer kassenaerztliche Versorgung: Terminausfaelle in Facharztpraxen
(5) DSGVO Art. 9, 25, 35: Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten

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